Pressemitteilung zur Einführung des Gelben Sackes

13 Mrz

Haßfurt. Als vollkommen überflüssig und in nicht repräsentativ für die tatsächliche Meinung der Kreisbürger bezeichnet die FDP/FREIE Bürger-Kreistagfraktion auf ihrer letzten Besprechung die von einigen im Kreistag befürwortete Umfrage, wegen der  beantragten Einführung des „Gelben Sacks“ eine teuer bezahlte Befragungsaktion  im Landkreis Haßberge zu starten. In dieser Umfrage sollen 1000 zufällig ausgewählte Bürger/innen befragt werden, ob sie für die Einführung der „Gelben Säcke“ und damit als Konsequenz  für die  Abschaffung der  bisherigen Form des „Bringsystems“  und als Konsequenz der überall vorhandenen Wertstoffhöfe sind.

Für den Diskussionsprozess im Kreistag würden die Aussagen in der Größenordnung  von  „einem Fünfundachtzigstel“ unserer Kreisbürger sicherlich keine verlässliche und schon gar nicht repräsentative  Grundlage für ihre Entscheidung liefern. Bei dieser Größenordnung  könne man sich das teure Geld für die begleitende „in-House“–Information der 1000 Bürger/innen auch gleich sparen!

Mit der Einführung des „Gelben Sacks“ wäre nämlich automatisch auch der totale Wegfall der beträchtlichen finanziellen Unterstützung durch das DSD (Duale System Deutschland) verbunden. Mit dessen Zuschüssen werden derzeit die  landkreisweit überall bestehenden Wertstoffhöfe wesentlich mit finanziert. Eine drohende  Einschränkung des Gesamtbetriebs unserer Wertstoffhöfe oder gar Schließung wäre sonst wohl die Folge. Anstelle eines angeblichen Fortschritts,  wäre die Einführung des „Gelben Systems“ ein ausgesprochener  Rückschritt, weil das inzwischen vorhandene Bewusstsein für die  Müllvermeidung und die Mülltrennung ins Gegenteil verkehrt und einer neuen sorglosen „Wegwerfmentalität“ den Weg bereiten  würde! Die FDP/FREIE BÜRGER-Kreistagfraktion könne es sich auch nicht vorstellen, dass der Kreistag in einer Zeit der überall  erkennbaren sinnvollen Kampagnen gegen den überbordenden  Wust  an Plastiktüten, selbst zu einem wahnsinnigen Mehranfall  an riesig großen Plastiktüten beitragen wolle!

2 Replies to “Pressemitteilung zur Einführung des Gelben Sackes

  1. Finde ich ja witzig das noch vor einem Jahr von FDP und Freie Wähler Knetzgau der Gelbe Sack gefordert wurde.
    Man lügt sich doch selbst in die eigene Tasche wenn man glaubt,dass der Müll besser sortiert werden würde solange es keinen Gelben Sack oder Tonne gibt.Der meiste Plastikmüll wird doch dem Restmüll beigemischt weil die wenigsten Menschen Lust haben von unfreundlichen Gemeindemitarbeitern am Wertstoffhof anpöbeln zu lassen weil man versehentlich die falsche Plastiktütengrösse in einen Container geworfen hat.Bedenkt man auch noch die erhöhte Abgasbelastung an den Wertstoffhöfen zu deren Öffnungszeiten wenn sich die halbe Stadt auf den Weg zur angeblich umweltfreundlichen Entsorgung aufschwingt ist doch mit Umweltschutz nicht mehr viel her.Die Abholung einer Gelben Tonne oder eines Gelben Sacks kann ja mit einer anderen Abholung verbunden werden-z.B. der Restmülltonne oder Papiertonne.Im Allgemeinen ist es sowieso ein Witz-man beklagt die aufkommende Wasserknappheit,aber die Bevölkerung spült gezwungenermaßen brav ihren Müll sauber um ihn ordentlich zum Wertstoffhof zu bringen…Aber sowas kann es ja nur Dank unserer Deutschen Genauigkeit geben.

    • Ich freue mich über Ihren Beitrag, möchte darauf auch antworten: die Pressemitteilung stellt die Position der Kreistagsfraktion dar. Es ist also kein Widerspruch und gehört zur freien Meinungsbildung, dass es die Kollegen aus Knetzgau anders sehen. Auch ich bin dem gelben Sack nicht abgeneigt, da ich ihn während meiner Zeit in Nürnberg als selbstverständliches Abfallsystem erlebte und mich hier im Landkreis erst umstellen musste. Aber ich bin der Meinung, dass man Stadt und Land hier nicht unbedacht in einen Topf werfen darf und das in meinen Augen gut funktionierende System der Wertstoffhöfe über Bord werfen sollte. Ein genaues Nachdenken über die Konsequenzen der Umstellung muss sein. (Genau dies will ja die KT – Fraktion, sie lehnen ja nicht den Sack per se ab, sondern nur das Stoppen des qualifizierten Prüfens durch eine Meinungsumfrage, deren Relevanz nicht genau definiert ist.)

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